Unsere Wüstenschiffe. Siehe Kapitel 06/08 DOUZ - SAHARA.

Da meine Tochter 2017 für einen Teil ihres Masters in Tunis studierte, nutzten wir die Chance und bereisten Tunesien von der Nordspitze Tabarka bis nach Chenini im Süden. Das war das gefühlte Ende der Welt, denn weiter ging es nicht. Da war nur noch endlose Sahara oder Kriegsgebiet (Isis). Diese Reise war definitiv kein Wellness-Urlaub. Nur wenige Wochen später kam es erneut zu erheblichen Unruhen, deren Vorposten sich bereits während unserer Tour durch Militärkontrollen in sprichwörtlich jedem Dorf ankündigten. 
Da wir auf unserer gesamten Reise keine weiteren Europäer antrafen, kamen wir uns ein wenig wie "Alien" vor. Das Fotografieren war somit durchaus mit Risiken verbunden.
​​​​​​​Eine "große" Systemkamera mit Wechselobjektiven konnte ich vergessen. Eine kleine Kompaktkamera, die in die Brusttasche passte und das Handy. Das war´s. Bei Fotos mit Menschen um uns herum, musste ich sehr schnell oder sogar verdeckt fotografieren. Einige Bilder sind nicht so scharf, wie wünschenswert, manchmal auch etwas körnig. Einige unerwünschte "Filtereffekte" wenn ich beispielsweise durch die  Louage-Scheiben (Sammeltaxi) fotografierte. Aber egal ... diese Art Fotos werden ja nicht für Hochglanzprospekte gemacht. Denn sie sind nicht nur ein persönlicher Erinnerungsschatz, sondern durchaus auch Zeitdokumente. 
Jedenfalls brauchte ich nach diesem Urlaub erstmal Urlaub vom Urlaub ... ;-)​​​​​​​
Zum Vergrößern bitte einfach auf das entsprechende Foto klicken.
Hinweis: In den ortsbezogenen Kurzbeschreibungen wurde Wikipedia als Quelle herangezogen. In diesen Wikipedia-Artikeln wird sehr oft auf den Tourismus in Tunesien Bezug genommen. Als wir im Frühjahr 2017 das Land bereisten, war jedoch diese bedeutsame Einnahmequelle bereits versiegt. 
01/08 TUNIS
Tunis ist die Hauptstadt Tunesiens und Provinzhauptstadt des gleichnamigen Gouvernements. Sie ist die größte Stadt Tunesiens. Ihr historischer Kern, die Médina, steht auf der UNESCO-Welterbe-Liste.
Quelle: Tunis – Wikipedia​​​​​​​

Über den Dächern von Tunis. Alt trifft Neu. Historie im direkten Austausch mit der Moderne.

Markt, Markt und nochmals Markt. Ganz Tunis ist eine "Frischezone" was leckeres Gemüse und Früchte angeht.

Blick aus unserer Wohnung in Tunis

Lichte Momente und Ornamentik in der Medina

02/08 TABARCA
Tabarca mit seinen etwa 15.000 Einwohnern liegt an der tunesischen Mittelmeerküste, ca. 15 km östlich der Grenze zu Algerien und 170 Kilometer von der Hauptstadt Tunis entfernt. Tabarca ist ein Fischerort, der seit jeher auch der Korallenfischerei diente. Noch heute gibt es inzwischen geschützte Korallenbänke am Ort. Im bergigen Inland stehen Wälder, die für ihre Korkeichen bekannt sind. 

Die Hafenanlage von Tabarca

Tabarcas Strände waren mal voller Touristen. Als wir Tunesien bereisten war bereits der Tourismus weitestgehend zusammengebrochen.

Nur wenige Minuten zu Fuß von Tabarcas Zentrum entfernt, liegt eine beeindruckende Felsformation.

Aufgang zum Hotel
Aufgang zum Hotel
Zimmerbeleuchtung
Zimmerbeleuchtung
03/08 SIDI BOU SAID
Sidi Bou Saïd ist ein Künstlerdorf etwa 20 km nordöstlich von Tunis im Norden von Tunesien. Das Dorf liegt am Felsen von Karthago am Golf von Tunis.

Der malerische Bahnhof von Sidi Bou Said

04/08 TOUZEUR
Tozeur, das römische Tusuros, ist eine Stadt im südlichen Tunesien mit ca. 47.000 Einwohnern. Die Hauptstadt des gleichnamigen Gouvernements bildet das Zentrum der Region ‚Land der Dattelpalmen‘.

Tunesien ist auch ein Land großer architektonischer Gegensätze.

05/08 SALZWÜSTE CHOTT EL DJERID
Das Chott el Djerid ist ein Sedimentbecken innerhalb einer Depression mit Salzsee im Süden Tunesiens. Der See selbst wird in der Regel allein als Chott el Djerid bezeichnet. In der Antike wurde das Gebiet Tritonsee (Tritonis Lacus bzw. Tritonis Palus) nach dem Fluss Triton, der See bzw. Sumpf speiste, später auch Salinarum Lacus ‚Salzsee‘ genannt. Die geographische Zuordnung ist allerdings nicht ganz sicher.
Der Salzsee ist der Inbegriff scheinbarer visueller Unendlichkeit. Es gibt Menschen, denen es auf der Straße, die mitten durch den Salzsee führt, übel wird oder die unter Gleichgewichtsstörungen leiden. Da die Ebene und der Horizont nahtlos ineinander übergehen, findet das Auge keinen Ruhepunkt ...
06/08 DOUZ - SAHARA
Douz ist eine Oasenstadt im Süden Tunesiens mit etwa 30.000 Einwohnern. Sie liegt 30 Kilometer südlich von Kebili im Nefzaoua-Oasengebiet südlich des Salzsees Chott el Djerid. Aufgrund ihrer Lage am Rand des Grand Erg Oriental ist die Stadt als „Tor zur Sahara“ bekannt.
Douz mit Umgebung ist das Zentrum des zum Teil immer noch halbnomadischen Mrazig-Stammes, die von den Beni Hilal abstammen sollen. Da die Regierung Programme zur Sesshaftmachung eingeleitet hat, reduziert sich die Zahl der Nomaden von Jahr zu Jahr.
In früherer Zeit war Douz ein wichtiger Haltepunkt der Transsahara-Karawanenrouten. Der Wegfall des Karawanenhandels konnte durch den Ausbau des Tourismus kompensiert werden. Im modernen Ortszentrum von Douz findet donnerstags der größte Wochenmarkt Südtunesiens statt, zu dem sesshafte und nomadische Käufer und Verkäufer aus der Umgebung, teilweise auch aus Algerien zusammenkommen. Früher zogen sogar Tuareg aus Südalgerien mit ihren Karawanen zum Markt nach Douz.
Quelle: Douz – Wikipedia​​​​​​​
Im Rahmen unseres "Road-Movies" lernten wir in Douz auch einen Tuareg-Nachfahren kennen, der eigene Kamele besaß und uns spontan zu einem "Ausflug" in die Sahara einlud. 
Das war also keine der üblichen Touri-Touren. Wie echt das war, merkten wir nach dem ersten Tag, nach einem langen Ritt in 3m Kamelhöhe auf harten Holzsätteln spätestens beim Einbruch der Nacht. Kein Zelt, nur unter mehreren Lagen Teppichen begraben, überstanden wir die Nacht bei Temperaturen um den Gefrierpunkt.  
Aber trotz aller Strapazen (für uns untrainierte Europäer) gehörten diese 48 Stunden in der Wüste zu den Eindrücken, die man später noch seinen Enkeln erzählt.  

Unsere Wüstenschiff-Flotte

Sonnenuntergang und Übernachtung, inkl. Tuareg-"Catering-Service" in der Sahara. Ein unbeschreibliches Naturerlebnis-

07/08 MATMATA
Matmata ist ein Berberort mit etwa 2.500 Einwohnern im südlichen Tunesien
Quelle: Matmata – Wikipedia​​​​​​​
Weit über seine Grenzen hinaus wurde Matmata und Umgebung bekannt, weil sowohl die berühmten Höhlenwohnungen architektonisches Vorbild für die Siedlungen auf dem Starwars-Planeten Tatooine waren als auch Teile von Starwars in dieser Wüstenregion gedreht wurden. Wie die folgenden Fotos zeigen, übernachteten auch wir in der Atmosphäre des Starwars-Wüstenplaneten Tatooine ...

Was dem einen sein Hund, ist dem anderen sein (Baby)Dromedar.

08/08 CHENINI
Chenini ist ein Berberdorf im Gouvernement Tataouine im Süden Tunesiens. Das Dorf gliedert sich in eine neuere Siedlung im Tal, in der die meisten Einwohner (etwa 1000) leben, und den größtenteils verlassenen, historischen Ortskern auf einem Hügel.
Chenini - das gefühlte Ende der Welt. Bis hierhin und nicht weiter. Was dann folgte, war südöstlich Kriegsgebiet (ISIS) und südwestlich die für uns Europäer lebensfeindliche Sahara. Wir verbrachten mehrere Tage im historischen Ortskern, wo nur noch sehr wenige Menschen lebten. Dennoch gab es hier ein Höhlenhotel, in dem wir die Nächte verbrachten. Denn es gab mal eine Zeit, in der Chenini ein Touristenmagnet war. Im Frühjahr 2017 aber waren wir die einzigen "Touristen". So hatten wir das gesamte Hotel, inklusive der kompletten jungen Hotelmannschaft für uns alleine. Wir hatten sogar das Vergnügen, einen jungen Mann als ortskundigen Führer zu haben, der sich ein wenig deutsch von deutschen Touristen angeeignet hatte.
Hier ein paar Bilder von unserem Zimmer und der unmittelbaren Hotelumgebung. Felsenhöhlenzimmer kannten wir ja bereits schon aus Matmata. Diese hier aber waren nochmals deutlich "rustikaler". 
Das Panorama dieses im tiefen Süden Tunesiens gelegenen Bergdorfs wird bestimmt durch die Höhlenarchitektur. Es sind von Menschen gemachte Höhlen: Über Generationen hinweg wurden in mühsamer und schwerster Handarbeit die Höhlen in den Fels geschlagen und gegraben. Sie dienten zweierlei Zwecken: Für die Bevölkerung waren (und sind es) Wohnungen, aber auch Rückzugsorte, in den seit Jahrhunderten immer wieder kriegerischen Auseinandersetzungen. Des weiteren wurden in den vergleichsweise kühlen Felsenhöhlen Vorräte gelagert.  

Die Moschee erstrahlt erst seit nur wenigen Jahrzehnten in weißer Farbe. Die längste Zeit war auch sie in Ockertönen der Landschaft eingefärbt, damit Feinde das Dorf nicht aus weiter Entfernung bereits ausmachen konnten.

Die von Menschenhand über Generationen hinweg erschaffenen Felsenhöhlen werden sind sowohl Wohnungen als auch Vorratslager.

Mehr "Bio" geht nicht ... 

Im historischen Kern leben gut zwei Dutzend Familien in den Felshöhlenwohnungen, so wie ihre Vorfahren seit Jahrhunderten.

Ein Karawanenweg über die Berge. Steil, schmal und nicht ganz ungefährlich ...

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